Unter Druck den eigenen Standpunkt finden
Was mein Pferd mich darüber lehrt.
Es gibt Tage, da scheint alles gleichzeitig wichtig zu sein.
Eine Entscheidung steht an. Die E-Mails werden nicht weniger. Im Kopf kreisen Gedanken um Gespräche, Verpflichtungen und offene Fragen. Und es entsteht dieser Druck, möglichst schnell die richtige Lösung finden zu müssen.Solche Tage kennen wir wahrscheinlich alle … Wenn ich dann zu meinem Pferd gehe, bin ich körperlich zwar anwesend, mit meinen Gedanken jedoch ganz woanders. Bei To-do-Listen. Bei Entscheidungen. Bei all dem, was noch erledigt werden muss. Ambicioso – so heißt mein Pferd - merkt das sofort. Er reagiert dann anders als sonst. Bleibt stehen. Ignoriert mich. Geht weg. Erst wenn ich selbst langsamer werde, durchatmete und wirklich im Moment ankomme, verändert sich etwas. Nicht nur bei ihm. Auch bei mir. Mein Pferd interessiert sich nicht für meine Termine. Nicht für meine Sorgen von morgen. Nicht für meine Erklärungen. Ambicioso reagiert auf das, was gerade da ist. Ich glaube, genau das ist der Grund, warum er mein bester Coach ist.
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Wenn Druck den Blick verengt
Herausforderungen, Konflikte oder wichtige Entscheidungen lassen sich nicht vermeiden. Druck gehört zum Leben und kann durchaus Positives bewirken. Problematisch wird es, wenn der Druck beginnt, unsere Wahrnehmung zu bestimmen. Das Nervensystem schaltet dann in einen Alarmmodus. Der Atem wird flacher. Die Schultern ziehen sich hoch. Gedanken kreisen immer schneller um mögliche Lösungen oder Risiken. Wir haben “einen Klos” im Bauch, bekommen schwitzige Hände und vieles mehr.
Statt orientiert zu sein verlieren wir den Überblick und auch den Kontakt zu uns selbst.
Im Coaching schaue ich deshalb nicht nur auf die äußere Situation, sondern auch auf die Frage:
Von welchem Standpunkt aus betrachte ich die Situation eigentlich gerade?
Denn unter Druck reagieren wir häufig automatisch. Wir funktionieren, statt bewusst zu handeln.
Dabei geraten wichtige Fragen in den Hintergrund:
- Was brauche ich gerade?
- Was ist mir wirklich wichtig?
- Welche Möglichkeiten habe ich überhaupt?
- Was möchte ich tun – und was glaube ich nur tun zu müssen?
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Ambicioso stellt mir immer dieselbe Aufgabe
Pferde leben im Hier und Jetzt. Sie bewerten nicht. Sie analysieren nicht. Sie diskutieren nicht. Sie nehmen wahr. Wenn ich angespannt bin, nimmt Ambicioso diese Spannung wahr. Wenn ich innerlich unklar bin, zeigt sich diese Unklarheit auch in meiner Körpersprache und überträgt sich. Wenn ich gedanklich überall bin, nur nicht bei mir, reagiert mein Pferd darauf. Nicht, um mich zu kritisieren. Sondern weil es ehrlich auf das antwortet, was gerade da ist.
Das erinnert mich immer wieder an etwas Wesentliches: Klarheit entsteht selten durch noch mehr Nachdenken. Klarheit entsteht meist dann, wenn wir zunächst innehalten und Bewusstheit schaffen.
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Fünf kleine Helfer, wenn der Druck groß wird
Im Laufe der Zeit habe ich Strategien schätzen gelernt, die helfen können, den Kontakt zum eigenen Standpunkt wiederzufinden. Vielleicht ist die eine oder andere auch für Dich hilfreich.
1. Die Sekunden-Bremse
Starke Emotionen erzeugen oft eine erste Impulswelle. Wir möchten sofort antworten, reagieren oder handeln.
Versuche stattdessen, für 60–90 Sekunden bewusst nichts zu tun.
• Atme ruhig ein und aus
• Geh ein paar Schritte
• Trink ein Glas Wasser
Oft verliert die erste emotionale Reaktion bereits deutlich an Intensität.
2. Der Körper zuerst
Ambicioso erinnert mich immer wieder daran, wie eng Körper und innere Haltung miteinander verbunden sind.
• Schultern senken
• Kiefer lockern
• Beide Füße bewusst auf den Boden stellen
• Lang ausatmen
Erst dann entscheiden.
Ein entspannter Körper schafft oft die Voraussetzung für einen klaren Kopf.
3. Fokus nach außen
Unter Druck kreisen unsere Gedanken oft nur noch um mögliche Probleme. Versuche stattdessen bewusst wahrzunehmen:
• Was sehe ich?
• Was höre ich?
• Was geschieht gerade tatsächlich?
Diese einfache Übung holt Dich zurück in die Gegenwart.
4. Drei Fragen
Wenn alles dringend erscheint, helfen drei einfache Fragen:
• Muss das jetzt sein?
• Muss ich das tun?
• Muss es genau so sein?
Erstaunlich oft entstehen dadurch neue Handlungsmöglichkeiten.
5. Der nächste kleine Schritt
Unter Druck möchten wir häufig sofort die gesamte Situation lösen. Das überfordert. Hilfreicher ist die Frage:
Was ist jetzt der kleinste sinnvolle nächste Schritt?
Ein kleiner Schritt schafft Bewegung.
Und Bewegung schafft oft neue Perspektiven
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Den eigenen Standpunkt wiederfinden
Mir begegnen immer wieder Menschen, die sehr gut darin sind, Verantwortung zu übernehmen:
• für Projekte
• für Familien
• für Teams
• für andere Menschen
Was dabei verlieren sie die Verbindung zu sich selbst. Zum eigenen Standpunkt. Dabei ist genau dieser Standpunkt die Grundlage für gute Entscheidungen.
Wer sich selbst nicht mehr spürt, verliert Orientierung. Wer sich selbst wieder wahrnimmt, gewinnt Handlungsspielraum zurück.
Deshalb beginnt Veränderung oft nicht mit einer Lösung. Sondern mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme:
Wo stehe ich gerade?
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Warum Pferde dabei so wertvolle Begleiter sein können
Pferde reagieren nicht auf unsere Erklärungen. Sie reagieren auf unsere Präsenz. Auf unsere Körpersprache. Auf unsere innere Haltung. Dadurch machen sie vieles sichtbar, was uns selbst oft gar nicht bewusst ist:
• Bin ich klar?
• Bin ich zögerlich?
• Bin ich bei mir?
Oder bin ich längst wieder bei all den Erwartungen, Anforderungen und Gedanken, die Druck erzeugen?
Diese unmittelbare Rückmeldung kann uns tief berühren. Nicht weil Pferde Lösungen liefern. Sondern weil sie uns helfen, uns selbst besser wahrzunehmen.
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Klarheit nicht nur denken, sondern erleben
Viele Erkenntnisse entstehen im Gespräch. Manche entstehen jedoch erst dann, wenn wir sie erleben. Wenn wir spüren, wie sich Klarheit anfühlt. Wie sich eine Grenze anfühlt. Wie sich eine stimmige Entscheidung anfühlt.
Deshalb freut es mich, Menschen die Möglichkeit zu geben, genau diese Erfahrung gemeinsam mit meinem Pferd zu machen. Es geht dabei nicht ums Reiten und es sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich.
Es geht darum, sich selbst zu begegnen.
• Der eigenen Wirkung
• Den eigenen Bedürfnissen
• Dem eigenen Standpunkt
Und den Fragen, die vielleicht schon länger nach einer Antwort suchen.
Pferde schaffen dabei einen besonderen Raum: ehrlich, wertfrei und unmittelbar.
Einen Raum, in dem oft sichtbar wird, was im Alltag zwischen Druck, Erwartungen und Verpflichtungen verloren gegangen ist.
Wenn Du neugierig geworden bist und diese Erfahrung selbst erleben möchten, sprich mich mich gerne an.
>> Kontakt
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, Deinem eigenen Standpunkt wieder ein Stück näherzukommen.
Mich erinnert Ambicioso jeden Tag daran: Klarheit entsteht nicht, wenn wir schneller werden. Sie entsteht, wenn wir wieder bei uns ankommen.